Dienstag, 5. Januar 2016

The Stanley Parable

Stanley ist ein gewöhnlicher Arbeiter. Er drückt Tag für Tag die Knöpfe seines Computers. Doch eines Tages erhält er keine Anweisungen mehr. Er beginnt, die Ursache für die Veränderung in der verlassenen Firma zu suchen ...

Und täglich grüßt das Murmeltier

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Was zunächst klingt wie ein klassisches Adventure, entpuppt sich als Walking Simulator mit einer erstaunlich aufgebauten Story. In The Stanley Parable folgt der Spieler der Stimme des Erzählers in Stanleys Kopf. Oder er tut es nicht, das Spiel überlässt dem Spieler alle Entscheidungen, auch wenn der Erzähler sich die ganze Zeit darüber beschwert.








Im Spiel kann man mehrere verschiedene Enden erreichen, von denen die meisten als schlecht zu werten sind. Schafft man es jedoch, ein positives Ende zu erspielen, wird man mit einem Neustart des Spiels belohnt und darf es erneut in einer etwas abgewandelten Spielwelt versuchen.

Zweienhalb Dimensionen


In der Grafik bemerkt man, dass Stanley als Modifikation begonnen hat. Alles ist sehr einfach gehalten, die Gegenstände wirken zum Teil eckig und zweidimensional. Bilder und Texturen wiederholen sich teils ins unendliche.
Der Protagonist hat weder Hände noch Füße und das gesamte Spiel wird in Ego-Perspektive bestritten.

 

Klassischer Gag für Rollenspieler


Stanley spielt sich im klassischen WASD-Stil, an einigen Stellen werden weitere Tasten verlangt. Da Stanley nichts aufheben oder springen oder dergleichen kann, ist das allgemeine Bewegungsrepertoire allerdings sehr abgespeckt. Man kann Dinge benutzen, schleichen und auf die Leertaste drücken. In dieser Hinsicht ist Stanley ein bisschen das Gegenteil der alten "The Elder Scrolls"-Spiele. Kenner beider Spiele wissen, was ich meine.
Das Spiel läuft auf durchschnittlichen Rechnern noch flüssig und lässt sich auch mit älteren SB-Geräten gut steuern.

Das Großraumbüro des täglichen Horrors

Stilles Büroleben


Abgesehen von einem Durchlauf und dem positiven Ende gibt es im Spiel keinerlei Hintergrundmusik. Der eine Track ist allerdings eingängig und bringt eine alberne Stimmung ins Spiel.
Die Sprachausgabe ist durchgängig und sehr gut, allerdings ist das Spiel ausschließlich Englisch vertont. Dafür erzählt der Erzähler selbst bei stupiden Runs auf das Speed-Run-Archievment immer wiede runterschiedliche Dinge, da das Spiel offenbar zufällig Szenerien verändert. Die Kommentare sind humorvoll, teils überzogen und immer passend. Mit einfachen Englischkenntnissen kann man der Geschichte schon gut folgen und zur Not gibt es deutsche Untertitel.
Soundeffekte werden nur an entsprechenden Stellen eingesetzt und fügen sich harmonisch ins Bild ein. Auch wenn ein blick aus den Bürofenster es kaum vermuten lässt: Im Spiel kann es sogar regnen.

Wer die Wahl hat ...


Das Spiel ist sehr experimentell, worin allerdings sein Reiz besteht. Die reine Spielzeit eines Durchlaufs ist extrem kurz, allerdings entwickelt sich die Story mehrmals von neuem mit immer neuen Hindernissen.
Vor allem die eigenen Entscheidungen durch den Spieler beeinflussen den Verlauf der Geschichte sehr stark. Es gibt etliche unterschiedliche Endings und daneben noch einige Easter Eggs und Boni zu entdecken.

Fazit

Man kann das Spiel sogar "zerschießen", wenn man denn will.

Als ich The Stanley Parable angefangen hatte, wusste ich nicht, was mich erwarten würde. Ich wurde zuvor aus keiner Review schlau, hatte mich aber gezielt von Let’s Plays und dergleichen ferngehalten.
Das Spiel selbst hat mich daher überrascht. Das Prinzip ist extrem simpel. Folge der Stimme oder lass es seom. Man entwickelt nach einiger Zeit einen gewissen Entdeckerdrang, um alle möglichen Sterbe- und Erlösungsmöglichkeiten für Stanley herausfinden zu können. Zudem verändert sich das Spiel nach einem erfolgreichen Durchlauf häufig ein wenig.
Der Erzähler bietet eine wunderbare Anleitung, Untermalung und Erklärung und bringt einen am Ende dazu, die eigene Existenz in Frage zu stellen. Eine griechische Tragödie als komisches Videospiel.




Grafik: -1
Hintergründe: -1
Sprites: -1
Animation: -1



Sound: 3
Musik: 2
Soundeffekte: 0
Sprachausgabe: 5



Gamedesign: 4
Steuerung: 5
Dialoge: 5
Story: 5
Schwierigkeit: 0
»Flow«: 5


Gesamteindruck:
Überdurchschnittlich



Genre: Walking Simulator
Hersteller: Davey Wreden
Publisher: Valve/ Galactic Café
Erstveröffnetlichungsjahr: 2011
Veröffentlichung als Spiel: 2013
Lizenz: Galactic Café
Beziehbar über: Steam


Weiterführende Links:
Steam
Let's play

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