Samstag, 2. Januar 2016

I have no mouth and I must scream

109 Jahre wurdet ihr von einem wahnsinnigen Computer am Leben gehalten und gefoltert, doch nun ist die Zeit für euch gekommen, zurückzuschlagen. Doch bevor es soweit ist, müsst ihr euch eurer Vergangenheit stellen.

I think, therefor I AM.

AMs Opfer. In der deutschen Version fehlt Nimdok.

Das Spiel basiert auf der gleichnamigen Geschichte von Harlan Ellison. In einer dystopischen Zukunft hat der amerikanische Supercomputer AM die Kontrolle über die Welt übernommen. AM wurde zusammen mit seinen russischen und chinesischen Gegenstücken in der Zeit des Kalten Krieges gebaut, um die Auswirkungen einer atomaren Katastrophe zu überblicken, doch der Computer entwickelte ein Bewusstsein. Schließlich schwang er sich als Gott über seine Schöpfer auf und vernichtete die Menschheit bis auf fünf Individuen.

Alle fünf wurden über 109 Jahre von AM am Leben erhalten und mit ihren Ängsten in zahlreichen Szenarien konfrontiert und gefoltert. Zu Beginn des Spiels schickt AM die Protagonisten einen nach dem anderen in neue Szenarien, doch diesmal ist etwas anders. Jede der Figuren hat die Möglichkeit, ihre Vorgeschichte zu verarbeiten und ihre Sünden zu bereuen, um später im finalen Kampf gegen AM zu bestehen.

Jede der fünf Figuren hat dabei ihre eigene, einzigartige und meist grausame Geschichte, die sich im Laufe des jeweiligen Szenarios vor dem Leser entspannt. So handelt es sich bei Nimdok um einen jüdischen Arzt in Nazi-Diensten, während Benny seine eigenen Kameraden tötete, um sein Geheimnis bewahren zu können.


Keine großen Sprünge

Die Grafik ist variabel schön.

Das Spiel ist ein klassisches, zweidimensionales Adventure der mittleren neunziger Jahre. Die Hintergründe sind stimmig und atmosphärisch gehalten, während es bei den Animationen durchaus zu Unstimmigkeiten kommen kann.




 

 

Fisseliges Gegenständesuchen


I have no mouth and I must scream wird klassisch mit der Maus gesteuert. Die klickbaren Bereiche einiger Gegenstände sind dabei allerdings zum Teil sehr knapp gehalten, so dass man genau darauf achten muss, wo sich der Mauszeiger gerade befindet.

Zudem sind die Figuren so programmiert, dass sie nach einem Bildwechsel zunächst in die Mitte des folgenden Raumes gehen, was auf Dauer nervig werden kann.

Viele Bilder müssen im Verlauf des Spiels mehrfach betreten und abgesucht werden. Leider sind die Hinweise auf eine veränderte Situation nicht immer gegeben, so dass das Spiel stellenweise in sinnloses Herumlaufen und Klicken ausartet.

Kastrierte Version

Nimdoks Geschichte ist in der deutschen Fassung nicht spielbar.

Sound und Sprachausgabe des Spiels sind mäßig, selbst wenn man die damalige Zeit beachtet. Die englische Sprachausgabe ist besser als die Deutsche, wo an vielen Stellen einfach vergessen wurde, zu synchronisieren. Stattdessen erklingt zu deutschen Untertiteln die französische Fassung.

Darüber hinaus ist die deutsche Fassung des Spiels komplett um den Charakter Nimdok gekürzt worden, was dazu führt, dass der Endkampf unlösbar wird. Auch an anderen Stellen wurde fleißig geschnitten, vermutlich um Problemen mit dem Jugendschutz vorzubeugen.

Das Spiel ist stelleweise unlogisch, so dass man ein wenig herumsuchen muss. Zudem besteht die Möglichkeit, sich zu verrennen, wenn Ereignisse nicht in der richtigen Reihenfolge abgefragt wurden oder man einen kleinen Fehler begangen hat. Hier hilft nur neu laden. Die Rätsel sind allerdings nicht sonderlich schwer.

Fazit


Das Spiel hat mir sehr gut gefallen, allerdings erst in der Original-Fassung. Diese erhält man zum Beispiel über Valves Steam. Die deutsche Fassung ist leider in allen Punkten unterhalb des Durchschnitts. Die Geschichten sind hier nicht nachvollziehbar, schlecht vertont und das Spiel ist nicht lösbar.

I have no mouth hat im Übrigen mehrere Endings, je nachdem, wie und mit wem man den Endkampf abschließt. Zudem gibt es für die Charaktere verschiedene Lösungswege. In diesem Punkt hat das Spiel seinen Adventure.Kollegen in puncto Wiederspielwert also einiges voraus.



Grafik: 0
Hintergründe: 2
Sprites: 0
Animation: -1



Sound: 0
Musik: 0
Soundeffekte: -1
Sprachausgabe: 1



Gamedesign: 2
Steuerung: 3
Dialoge: 4
Story: 4
Schwierigkeit: 2
»Flow«: -1


Gesamteindruck: besserer Durchschnitt

Genre: Point’n’Click Adventure
Hersteller: The Dreamers Guild
Publisher: Cyberdreams
Erstveröffnetlichungsjahr: 1995
Wiederveröffentlichung: 2013
Lizenz: Night Dive Studios
Beziehbar über: GOG.com und Steam

Weiterführende Links:


mobygames
Steam
GOG

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